Das Läuten der Glocken der Johanneskirche Dettenhausen


 

Morgenläuten um 6.30 Uhr
Es geschieht mit der Betglocke. Sie erklingt stets zur gleichen Zeit bei Tagesanbruch. Das Läuten erinnert an die Auferstehung Jesu Christi in der Morgenstunde. Jeder Morgen repräsentiert den Schöpfungsakt und zeigt Gottes Sieg über die Chaosmächte an. „All Morgen ist ganz frisch und neu, des Herren Gnad und große Treu, sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.“ EG 440

Elf-Uhr-Läuten
Das Elf-Uhr-Läuten geschah ursprünglich als Erinnerung an den Einbruch der Finsternis zur Stunde der Kreuzigung Jesu.
Geläutet wird mit der D-Glocke. Sie trägt die Inschrift: „Allein Gott in der Höh sei Ehr“. Die 11-Uhr-Glocke wird auch bei der Taufe geläutet und heißt darum Taufglocke.

Das Vesperläuten um 16 Uhr
Es wird mit der C-Glocke geläutet, die auch Christus-Glocke genannt wird. Dieses Läuten erinnert an die Kreuzabnahme Christi.
Die Christus-Glocke ertönt stets auch eine Stunde vor Gottesdienst-Beginn.

Abendläuten
Es ertönt jahreszeitlich bedingt zu verschiedenen Zeiten, in der Regel um 18 Uhr. Das Abendläuten erinnert an die Grablegung Christi. Es mahnt die Glaubenden zugleich daran, an den End- und Zielpunkt des je eigenen Lebens zu denken: „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi!“ 2. Kor. 5,10.
In alter Tradition heißt das Abendläuten auch „Uff Märga Läuten“. Dieser Ausdruck geht zurück auf die vorreformatorische Bezeichnung „Ave-Maria-Läuten“. Mit diesem Läuten war die Aufforderung verbunden, ein Ave Maria zu sprechen.

Den Sonntag einläuten
Nach altwürttembergischen Herkommen werden die Sonn- und Feiertage durch das Geläut der Glocken am Abend zuvor (in der Regel am Samstag um 18 Uhr) eingeläutet. Zu diesem Zeitpunkt sollte das Tagwerk getan, Gehweg und Straßenkandel gekehrt sein. Das Samstags-Läuten zeigt an, dass mit dem Sonntag eine neue Woche (!) beginnt und der Tag des Herrn bevorsteht. Christen sollen sich vorbereiten, diesen Tag würdig zu begehen.

Die Läutezeiten zum Gottesdiensts
Eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes wird mit der kleinsten, der Christus-Glocke zum ersten Mal geläutet. Eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst ertönt die B-Glocke. Der Gottesdienst beginnt schließlich mit dem Zusammenläuten aller Glocken. Es dauert 10 Minuten lang.
Findet während des Gottesdienstes eine Taufe statt, so läutet während der Taufhandlung die Taufglocke.
Das Vaterunser-Gebet der Gemeinde wird mit der Betglocke begleitet. So können auch die zu Hause gebliebenen mit einstimmen in das große Gebet der christlichen Kirche.

Der Stundenschlag
Die Zeitansage der Glocken mit einem Schlag für die Viertelstunde, zwei Schlägen für die halbe Stunde, drei Schlägen für die ¾-Stunde und mit vier Vorschlägen zur vollen Stunde und dem Stundenschlag entsprechend der Stundenzahl rhythmisiert den Zeitablauf. Der Stundenschlag gibt der Zeit eine äußere und innere Struktur. Wer nachts wach legt und auf die Kirchenglocken hört, darf wissen: Meine Zeit steht in Gottes Hand.
Der Stundenschlag erinnert uns an die Endlichkeit unseres Lebens und sagt uns, dass einmal auch uns die Stunde schlägt.
Die sich stets wiederholende und auf dem Ziffernblatt der Kirchturmuhr kreisförmig verlaufende Zeit weist darauf hin, dass Zeit letztlich nicht digital aufsummiert werden kann und auch nicht bloß verrinnt, sondern ihren Ursprung und ihr Ziel in Gottes schöpfersicher Gnade hat.